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Brexit - und was jetzt?

Nach einem Vierteljahr endgültiger Brexit haben wir unsere Kollegen aus Logistik, Export und Einkauf nach Ihrer Erfahrung befragt.

Jahrelang beherrschte die Brexit-Debatte das tägliche Nachrichtengeschehen. Unsicherheit war das, was die Debatte vor allem mit sich gebracht hat. Seit einem Vierteljahr ist er nun durch der Brexit und was jetzt ...? Was hat sich denn geändert seit Großbritannien nicht mehr zur EU gehört und aus Handelssicht nun als Drittland zu betrachten ist?

Darüber haben sich bei HSM® auch Stefan Fürmann (Logistik), Niels Indefrey (Export) und Stefan Wechsler (Einkauf) ausgetauscht. Ihre Erfahrungen, Auswirkungen des Brexits auf das tägliche Geschäft und ein paar Tipps für einen reibungslosen Ablauf bei der Import/ Export Abwicklung, teilen wir hier mit Ihnen.
 

Interview zum Thema Brexit:
 

Direkte spürbare Auswirkungen des Brexit bei bestehenden Aufträgen:

SF: „Anfang des Jahres mussten wir und unsere Kunden vor allem mit längeren Lieferzeiten rechnen. Besonders spürbar war und ist es auch noch immer im Paketdienstbereich, welche beim Import in die EU genau kontrolliert werden. Zum Glück wird es täglich besser“ 

NI: „Auf diese längeren Lieferzeiten waren wir aber gefasst. Deshalb konnten wir das unseren Kunden und Partnern frühzeitig kommunizieren. Alle laufenden Aufträge mit unseren englischen Kunden wurden ohne Probleme abgeschlossen.“ 

 

Zusammenarbeit mit englischen Partnern:

SW: „Planung ist Alles. Seit dem Brexit müssen bei neuen Aufträgen mit englischen Partnern die Verantwortlichkeiten klar geregelt sein. Wer muss welche Zolldokumente vorbereiten? So können wir gewährleisten, dass die Zollabwicklung zügig abgewickelt werden kann. Hier mussten wir zu Beginn auch erst hinterfragen, welcher Vertragspartner nun für was zuständig ist. Da HSM aber bereits seit Jahren mit Drittländern zusammen arbeitet, war der Aufwand gering.“

SF: „Wichtig ist hier vor allem die richtige Wahl der INCOTERMS. So sollte der Exporteur die Ausfuhr aus seinem Land und der Importeur die Einfuhr in sein Land selbst in der Hand haben und regeln. Unsere INCOTERM-Empfehlung für den Versand nach England daher FCA oder DAP. Für eine Abholung aus England empfehlen wir FCA.“

 

Stimmungslage und Probleme der englischen Kunden:

NI: „In den Gesprächen mit unseren englischen Kunden wurde schon von vielen Problemen berichtet. Einige unserer Kunden berichteten uns von ihren Herausforderungen. Die Unsicherheit vor dem Brexit hat einige Unternehmen dazu bewegt Standorte aus Großbritannien abzuziehen oder Geschäftsbeziehungen zu kündigen. Das führte vorab bereits zu Problemen. Und als dann der harte Brexit durch war, war der Frust natürlich schon sehr groß. Auch jetzt haben die Kunden noch immer gewisse Unkenntnis beim Umgang mit Zollthemen. Daher kam es auch häufig zu fehlenden oder fehlerhaften Dokumenten die für die Zollabwicklung nötig sind.“

SF: „Auch die UK-Zollsoftware hat dies nicht gerade unterstützt: Obwohl der Brexit so lange verzögert wurde, war diese nicht ausgereift. Nach dem Ausstieg aus der EU musste die Software für eine reibungslose Abfertigung nachjustiert werden. Am Ende lagen Waren Tage bis Wochen in Zolllagern, bis die nötigen Papiere vorlagen.“

 

Tipps für einen reibungslosen Ablauf bei Importen oder Exporten mit Unternehmen im Vereinigten Königreich:

Wir haben bei uns einen Auftragsworkflow für Geschäfte mit Drittländern erstellt, der spezielle Punkte, die unserer Erfahrung nach wichtig sind, automatisch durcharbeitet. So kann im besten Fall nichts untergehen. Für Aufträge mit GB beinhaltet dies vor allem: 

  1. Käufer/Verkäufer vorab auf die notwendigen Angaben und Dokumente hinweisen
  2. Dokumente vorab per E-Mail zusenden/lassen
  3. Hat der Käufer/Verkäufer einen Zollagenten?
  4. Import UK: Ist die Registrierung zur verlängerten Importfrist erfolgt und wurde ein EUST-Aufschubkonto eingerichtet?
  5. Vollholzverpackung nach ISPM15-Norm (.int IPPC) verwendet?

Was sind Ihre Erfahrungen nach dem Brexit und/oder welche Punkte fehlen auf unserer Checkliste? Teilen Sie uns dies gerne mit.

 

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